Kreativitätsübungen in Präsenz und virtuell – 7 auf einen Streich

  1. Kreativität und Vielfalt: Ein Kreis ist ein Kreis – oder doch nicht? (5 Minuten)
Kreativitätsübung 20 Kreise

Eine schnelle Übung, die sowohl den Blick auf Details als auch auf größere Zusammenhänge fördert. Alles, was es braucht, ist ein Blatt Papier mit 20 Kreisen und Stifte. Für virtuelle Teams kann es vorher schon zur Verfügung gestellt worden sein. Die fertigen Ergebnisse werden dann als Bild hochgeladen (oder vor die Kamera gehalten).

Wie es geht:
Ihr habt 20 Kreise auf Eurem Blatt. Macht etwas draus! Jeder Kreis ist Startpunkt für ein eigenes Bild. Die einfachste Form der Ergänzung nehme ich schon mal vorweg: Mit zwei Punkten und einem Strich haben wir ein Mondgesicht.

Interessant beim Teilen: Wird innerhalb des Kreises oder außerhalb gemalt? Werden mehrere Kreise miteinander verbunden? Was bedeuten diese Techniken für unser eigentliches Thema? Wie können wir innerhalb/außerhalb denken, Themen verbinden?

2. Mehr ist möglich (5 – 10 Minuten)

Kreativität außerhalb des Gewohnten
Image by Colin Behrens from Pixabay

Eine schnelle Kreativitäts-Übung, die einlädt, über den Tellerrand hinaus zu denken. Die Teilnehmenden brauchen etwas zu schreiben. Ihr könnt den gewählten Gegenstand nur nennen, ein Bild zeigen oder einen echten Gegenstand präsentieren.

Wie es geht:
Wir alle kennen diesen Gegenstand (z.B. Becher, Uhr, Lineal) und wissen, wie man ihn verwendet. Jetzt seid Ihr aber herausgefordert, 20 weitere Möglichkeiten zu finden. Ihr habt dafür drei Minuten Zeit. (Die Zeit reicht meistens nicht aus, ist aber aus zwei Gründen knapp bemessen: Zum einen werden damit Denkschleifen wie „Ach, das ist ja eine doofe Idee“ verhindert, zum anderen Frust bei denjenigen vermieden, die nicht darin geübt sind, assoziativ zu denken.

Interessant beim Teilen: Welche Ideen kamen schnell, bei welchen musstet Ihr länger nachdenken? Wie können wir in unserem Meeting dafür sorgen, dass wir lange genug nachdenken?

3. 1 + 1 = Überraschung (5 – 10 Minuten)

Eine weitere schnelle Übung, die etwas Vorbereitung braucht und besser für kleinere Teams passt – aber die Kreativität stark beflügeln kann. Pro Teilnehmerin braucht Ihr mindestens drei Gegenstände (für virtuelle Teams reichen 15 – 20 Bilder von Gegenständen), die für alle sichtbar ausgelegt oder präsentiert werden.

Wie es geht:

  1. Nehmt Euch drei Gegenstände. (Für virtuelle Teams gilt: die Teilnehmer wählen drei Gegenstände aus den Bildern aus, dabei können mehrere Teilnehmer dasselbe Bild nehmen)
  2. Nutzt Eure drei Gegenstände, um etwas Neues zu gestalten. Wie können diese Gegenstände kombiniert werden, dass daraus z.B. ein neuer Kleidungstrend, ein neues Werkzeug oder eine neue Sportart entstehen? (Das Thema kann vorgegeben werden oder frei bleiben).

Interessant beim Teilen: Was war Eure erste Idee? Habt Ihr einen Gegenstand ausgewählt und dann die anderen dazu genommen? Oder habt Ihr gleich alle im Blick gehabt? Wie arbeiten wir normalerweise?

4. Genau – und zusätzlich … (20 – 30 Minuten)

Glühbirne
Image by Gerd Altmann from Pixabay

Gut geeignet als Beginn eines mehrstündigen Workshops. Wenig Materialien nötig, eventuell Papier und Stifte oder digitale Varianten. Jede Gruppe sollte zwischen drei und fünf Teilnehmern haben, die Anzahl der Gruppen ist beliebig.

Wie es geht:
Ihr entwickelt ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung, dass es noch nie gegeben hat. Ein klarer Fall für Kreativität. Dabei braucht Ihr nicht auf die Realitätstauglichkeit zu achten. Die einzige Regel, die Ihr beachtet ist: „Genau – und zusätzlich“. D.h., jede Idee wird positiv aufgenommen (Genau! Super! Tolle Idee! …) und durch eine weitere Idee ergänzt (und zusätzlich können wir …).

Feiert für 5 – 10 Minuten Eure Kreativität und entwickelt Euer Produkt. Findet dann einen Slogan, definiert Eure Zielgruppe, bestimmt Eure Absatzwege, zeichnet ein Logo – und präsentiert Eure Idee in einem Elevator Pitch.

Interessant beim Teilen: Wie fühlte sich das an, für jede Idee euphorisch gelobt zu werden? Konntet Ihr den inneren Kritiker komplett ausschalten? Wie stellen wir sicher, dass wir in unserem Meeting genügend Freiheit für absurde Ideen geben?

5. Eckengeschichten (10 – 15 Minuten)

Gerade für Teams, die viel mit Sprache arbeiten gut geeignet und dadurch ihre Kreativität ankurbeln wollen. Für ein Präsenzmeeting braucht man ein Blatt Papier oder eine Moderationskarte pro Teilnehmer. Für virtuelle Teams kann man einen Chat mit privaten Nachrichten nutzen.

Wie es geht:
Jeder schreibt in eine Ecke des Papiers ein frei gewähltes Wort, knickt das Papier so um, dass das Wort verdeckt ist, und reicht es an seinen rechten Nachbarn weiter. Der schreibt ein Wort in eine freie Ecke, knickt es um und reicht es weiter. Wenn alle vier Ecken beschrieben sind, wird das Blatt noch einmal weitergereicht. Dann beginnt die kreative Phase: Aus den vier Wörtern wird eine Kleinanzeige formuliert, z.B. Verkauf, Partnersuche oder Wohnungsangebot.

Abwandlung für virtuelle Teams:
In diesem Fall hilft eine Folie, die anzeigt, wer wann an wen schreibt, z.B. in einem fünfköpfigen Team:

Kreativität durch Schreiben - Anleitung für virtuelle Teams

Interessant beim Teilen: Was ließ sich leicht kombinieren, was brauchte ein wenig Um-die-Ecke-Denken? Woher bekommen wir zufällige Ideen für unser Projekt, die wir dann kreativ kombinieren können?

6. Vier Buchstaben und ein Satz (5 – 10 Minuten)

Image by Wokandapix from Pixabay

Eine simple Übung, die den kreativen Gebrauch von Sprache stärkt und beliebig lang gestaltet werden kann.

Wie es geht:
LIFE (oder andere 4-Buchstaben-Wörter wie Land, Raum, mehr, …) – bildet bitte möglichst viele 4-Wort-Sätze aus diesem Wort, wobei jedes Wort mit einem der Buchstaben in der entsprechenden Reihenfolge anfängt. Ein Beispiel: Leonie isst fleißig Erdbeeren.

Interessant beim Teilen: Normalerweise Sätze zunächst in der gleichen grammatischen Struktur gebildet, bis die Ideen ausgehen. Erst dann kommt es zu neuen Strukturen (Lustige Insekten fliegen enthusiastisch). Wie können wir uns von bekannten Denkmustern lösen?

7. Yoga für den Kopf

Auch als „Kopfstandmethode“ bekannt. Als Aufwärmübung eignet sich jedes Thema (Wie wir möglichst unsportlich werden, wie stellen wir sicher, dass der nächste Urlaub eine Katastrophe wird), die Technik eignet sich aber auch gut dafür, das eigentliche Thema mit einem kreativen Dreh zu betrachten.

Wie es geht: Statt über die besten Methoden zur Mitarbeitergewinnung oder zur Reduzierung der Kosten zu diskutieren, stellen wir die Frage auf den Kopf: Was müssen wir tun, um alle Bewerber zu vergraulen? Wie schaffen wir es, möglichst viel Geld auszugeben? – Ihr habt drei Minuten zum Brainstormen.

Die gesammelten Ideen werden umgekehrt: „Jeder Mitarbeiter wird für drei Stunden freigestellt, um auf den sozialen Medien über das Unternehmen zu schimpfen“ wird dann vielleicht zu: „Mitarbeiter bekommen Zeit, um positiv über das Unternehmen zu sprechen“, „Wir schulen Mitarbeiter, wie sie positiv über das Unternehmen sprechen“ oder „Wir stellen Texte zur Verfügung, die schnell zu positiven Posts verarbeitet werden können“.

Die Ideen werden konkretisiert und in Arbeitsschritte umgewandelt. (Dieser Schritt entfällt, wenn die Technik nur zum Aufwärmen genutzt wird).

Interessant beim Teilen: Was macht es so viel leichter, Ideen zu generieren, um das Unerwünschte zu erreichen? Wie können wir den Spaß und die kreative Freiheit in unsere Besprechungen überführen?

Ein sehr schöner Artikel über dieses Thema ist hier veröffentlicht worden: https://www.schreibsuchti.de/2020/06/15/kreativitaet/?mc_cid=b29c926ec8&mc_eid=d213024e1e

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